Tag: Widerstandskämpfer


Nachruf: Das Kölner Urgestein Jean Jülich

24
Oktober

Es gab nicht viele Menschen, die sich in der Zeit des Nationalsozialismus gegen das Regime gewährt haben. Manche wollten es, konntes allerdings nicht, weil Hitler die Menschen so manipuliert hatte, dass ein Wahn entstand, so dass sich viele Menschen sich nicht trauten den Zeigefinger zu erheben. Eine Gruppe allerdings – die Ehrenfelder Gruppe, Teil der Edelweißpiraten – setzte sich aktiv gegen das NS-Regime ein und leistete Widerstand. Dazu gehörte auch Jean Jülich – der Ur-Kölscher starb vor wenigen Tagen im Alter von 82 Jahren.

Er versuchte in seinem Leben die Jugend aufzuklären. Darüber, wie es ist unter der Führung einer Diktatur eines Größenwahnsinnigen zu stehen und er versuchte, seine Erfahrungen aus dieser Zeit, den heutigen Jugendlichen mit auf dem Weg zu geben – er wollte das Erlebte nicht vergessen machen und leistete Aufklärungsarbeit. Dafür wurde Jülich 1991 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Er war nicht nur ein Mensch der über dramatische Ereignisse berichtete. Er lebte für den Humor, so wie es für einen Menschen aus dem Rheinland üblich ist. In Köln, seiner Heimatstadt, leitete er die Karnevalssession der letzten Saison. Er veruschte in seinem Leben, sein Lachen auf andere Menschen zu übertragen. Er war ein Unterhalter durch und durch. Das ehrt auch der Kölner Oberbürgermeister Roters: “Er wird immer ein Vorbild für die Jugend sein und einen festen Platz im Gedächtnis der Stadt haben. Jetzt müssen wir alles daran setzen, dass sein Leben niemals in Vergessenheit gerät”, reagierte er bestürzt auf den Tod Jülichs.

Ein Wunsch allerdings blieb ihm verwehrt. Er wollte offizieller Ehrenbürger Kölns werden. Geklappt hat das nie, inoffiziell war das allerdings zu jeder Zeit möglich, was er auch jedem zeigte, dass er in die Stadt am Rhein gehört. Ruhe in Frieden, Jean Jülich.

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Kölner Urgestein der NS-Widerstandsbewegung gestorben

21
Oktober

In der Geschichte des nationalsozialistischen Regimes gab es in Deutschland viel Grauen: Mord, Korruption und Verrat waren an der Tagesordnung. Doch es gab auch viele, die sich dem nicht beugen wollten und dagegen ankämpften.

Die wohl bekanntesten Hitler-Gegner waren  die Geschwister Scholl, aber auch das Attentat von Stauffenberg wird wohl jedem ein Begriff sein. Zudem arbeiteten einige Organisationen im Untergrund, deren Ziel es war, die Macht der Nazis zu untergraben. Eine dieser Organisationen waren die „Edelweißpiraten“. Diese Gruppe aus vorwiegend 14- bis 17-jährigen jungen Arbeitern und Arbeiterinnen gründete sich im Jahre 1938. Zuerst galt der Name „Edelweißpiraten“ noch als spotthafte Bezeichnung, kurze Zeit später betitelten sich die Jugendlichen jedoch selbst so. Ihr Markenzeichen war eine Stecknadel in den Farben des Edelweiß oder ein aufgenähtes Edelweiß an der linken unteren Rockseite.

Zunächst beschäftigten sich die Edelweißpiraten mit der Durchführung verbotener Zeltlager und Gruppenfahrten. Diese waren von der NS-Regierung nicht gebilligt und mussten stets heimlich stattfinden. Normalerweise war es die Pflicht von Jugendlichen, an den Fahrten der Hitler-Jugend teilzunehmen. Diese waren streng militärisch ausgerichtet, Ziel war es, junge Männer auf den Kriegsdienst für’s Vaterland und junge Mädchen auf ihre Rolle als Hausfrau und Mutter vorzubereiten.

In den letzten Jahren des Krieges schlichen sich die Anhänger der Edelweißpiraten während Bombenangriffe tobten auf die fast menschenleeren Straßen und bemalten dort Gebäude, Züge oder Straßen mit antifaschistischen Parolen.

Zudem war es die Aufgabe der Edelweißpiraten, verbotene Radiosendungen zu hören und deren Inhalte schnell und heimlich zu verbreiten.

Innerhalb der Organisation war es üblich, sich nur beim Spitznamen zu kennen, was hilfreich war, wenn ein Mitglied gefasst und unter Folter verhört wurde.

Nicht mehr viele der ehemaligen Gruppen-Mitglieder sind noch am Leben. Nun starb auch der Kölner Widerstandskämpfer Jean Jülich. Dieser hatte in seiner Jugendzeit aktiv mitgeholfen, Juden zu verstecken und mit Lebensmitteln zu versorgen. Ihm wurden im Laufe seines Lebens mehrere Ehrungen zuteil. Zum einen zeichnete man ihn mit dem Bundesverdienstkreuz aus, zum anderen ehrte man ihn in Israel zusammen mit anderen Widerständlern als „Gerechte unter den Völkern“.

Jülich hatte auch dazu beigetragen, dass einmal im Jahr in Köln eine Gedenkveranstaltung für die Edelweißpiraten stattfindet.

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