Es gab nicht viele Menschen, die sich in der Zeit des Nationalsozialismus gegen das Regime gewährt haben. Manche wollten es, konntes allerdings nicht, weil Hitler die Menschen so manipuliert hatte, dass ein Wahn entstand, so dass sich viele Menschen sich nicht trauten den Zeigefinger zu erheben. Eine Gruppe allerdings – die Ehrenfelder Gruppe, Teil der Edelweißpiraten – setzte sich aktiv gegen das NS-Regime ein und leistete Widerstand. Dazu gehörte auch Jean Jülich – der Ur-Kölscher starb vor wenigen Tagen im Alter von 82 Jahren.
Er versuchte in seinem Leben die Jugend aufzuklären. Darüber, wie es ist unter der Führung einer Diktatur eines Größenwahnsinnigen zu stehen und er versuchte, seine Erfahrungen aus dieser Zeit, den heutigen Jugendlichen mit auf dem Weg zu geben – er wollte das Erlebte nicht vergessen machen und leistete Aufklärungsarbeit. Dafür wurde Jülich 1991 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.
Er war nicht nur ein Mensch der über dramatische Ereignisse berichtete. Er lebte für den Humor, so wie es für einen Menschen aus dem Rheinland üblich ist. In Köln, seiner Heimatstadt, leitete er die Karnevalssession der letzten Saison. Er veruschte in seinem Leben, sein Lachen auf andere Menschen zu übertragen. Er war ein Unterhalter durch und durch. Das ehrt auch der Kölner Oberbürgermeister Roters: “Er wird immer ein Vorbild für die Jugend sein und einen festen Platz im Gedächtnis der Stadt haben. Jetzt müssen wir alles daran setzen, dass sein Leben niemals in Vergessenheit gerät”, reagierte er bestürzt auf den Tod Jülichs.
Ein Wunsch allerdings blieb ihm verwehrt. Er wollte offizieller Ehrenbürger Kölns werden. Geklappt hat das nie, inoffiziell war das allerdings zu jeder Zeit möglich, was er auch jedem zeigte, dass er in die Stadt am Rhein gehört. Ruhe in Frieden, Jean Jülich.


