Kölner Dom © eyewave - Fotolia.com
Der Tsunami, der letztes Jahr im März Japan traf, lies auch den 9000 Kilometer entfernten Kölner Dom erbeben. Der Dom habe sich nach einer halben Stunde um gut einen Zentimeter gehoben und dann wieder gesetzt. Für das bloße Auge ist das zwar nicht wahrnehmbar, für den Kölner Dom allerdings könnte so eine Erschütterung gefährlich werden. Wissenschaftler nehmen an, dass die Türme des Doms bei einem starken Erdbeben zu sehr ins Wanken geraten und damit die Statik des gesamten Gebäudes gefährden würden.
Beim Erdbeben am 14. Februar bei Koblenz, 90 Kilometer südlich von Köln, hat sich durch Messungen (durch fünf Schwingungsmesser im Dom) ergeben, dass der Dom anders schwingt als bisher vermutet. Der Takt und die Frequenz sind hierbei ausschlaggebend. Diese Erkenntnis hat zur Folge, das bestehende Modelle verbessert werden müssen.
Frühere Berechnungen haben gezeigt, dass bei einem Stärke-7-Erdbeben die Turmspitzen um bis zu 20 Zentimeter “ausschlagen” könnten – das sei allerdings mehr, als sie aushalten können. Zehn Zentimeter seien demnach zu verkraften. So drohen die Gewölbedecke und die Naht zwischen Kirchenschiff und Türmen bei starken Beben einzubrechen.
Die Stärke von Erdbeben wird durch die sogenannte “Richterskala” angegeben. Dabei bedeutet zum Beispiel eine 7 auf der Richterskala, dass sich der Boden zehnmal so stark bewegt wie bei einer 6. Wie gefährlich ein solches Beben dann tatsächlich ist, hängt davon ab, welchen Wert es auf der Richterskala hat und wie der Untergrund beschaffen ist. Zudem muss man die Herdtiefe miteinbeziehen, also die Tiefe der Gesteinsformation, die das Beben durch ruckartige Bewegungen auslöst. Je näher an der Oberfläche es “bebt”, desto stärker merken wir es.



