Es gab Zeiten, da war es modern, sich einen Gartenzwerg in den Vorgarten zu stellen. Es gab Zeiten, in denen galten Wetterhäuschen an der Gartenlaube als äußerst schick. Die Vorstellung, sein trautes Heim zu schmücken und damit zu etwas Besonderem zu machen, ist schon uralt.
Nun gibt es einen neuen Trend. Seit Ende der 90er Jahre kann man ihn in Köln beobachten: die Flossis.
„Was sind denn Flossis?“, fragt sich jetzt sicher manch einer.
Nun, dann möchte ich die sonderbaren Wesen nun einmal genauer vorstellen.
Flossis bestehen aus glasfaserverstärkten, acryllackierten Kunststoffen, somit haben sie eine makellos glatte Oberfläche. Ihre Figur erinnert an den menschlichen Körper, jedoch mit riesigen Händen und Füßen. Es gibt sie in jeglichen denkbaren Farben und sie sind in allen möglichen Posen vorzufinden. Da haben wir das „Flossi-Pärchen“, welches sich eng umschlungen hält oder auch „Kletter-Flossis“. Diese hängen an Hausfassaden und es scheint, als würden sie hochkraxeln.
Auf die Idee, die seltsamen Gestalten zu kreieren, kam die 1953 geborene Künstlerin Rosalie. Dien wohl bekanntesten ihrer Art tummeln sich am Düsseldorfer Medienhafen, dies ist auch der Ort, an dem sie brühmt wurden. 29 Flossis befinden sich nun schon dort, und wer weiß, vielleicht werden es im Laufe der Jahre noch mehr. Auch die deutsche Unicef-Zentrale wird von acht Flossis geziert. Was äußerst komisch ist: diese Exemplare wurden vom deutschen Verband der Kunststoffindustrie gesponsort. Na was für ein Zufall…
Was genau die Flossis eigentlich sind, weiß keiner so genau: der eine meint, sie seien Kunstobjekte, der andere sagt, sie seien Designerstücke. Auch gibt es keine Einigkeit darüber, ob Flossis nun schön oder eben weniger schön sind, das Land teilt sich sowohl in Sympathieträger als auch in Widerständler. Tja, das ist das wohl wie bei jeder Kunst: Geschmackssache.


