Tag: Alaaf


Karneval und Kölsch – Das macht Köln aus

21
Februar
Blick über den Rhein auf den Dom

Blick über den Rhein auf den Dom

Et kütt wie et kütt, pflegen die Kölner zu sagen, und ‘Et hätt noch immer allet jut jejange’. Die Sprichwörter in der rheinischen Mundart zeigen es ganz deutlich, der Kölner an sich hat die Ruhe weg. Das ganz besondere Lebensgefühl der Bewohner der Rheinmetropole äußert sich im kölschen Dialekt, der im Theater genauso wie in der Musik und im Alltag zu finden ist. Fröhlich, pragmatisch und kritisch Obrigkeiten gegenüber, das sind klassische Eigenschaften, die dem Kölner zugesprochen werden; wer schon einmal in der Stadt war, der wird das bestätigen können. In den Texten von BAP, Brings und den Höhnern, den drei bekanntesten Kölschbands, hört man das genauso wie im Theater des berühmten Sohnes der Stadt, Willy Millowitsch.

‘Mer losse d’r Dom in Kölle’

Denkt man an Köln, hat man gleich den Dom vor Augen. Die Kölner vergehen vor Rührung, wenn sie nach einem Urlaub mit dem Zug in die Stadt einrollen und die Spitze des Wahrzeichens entdecken. Emotional ist die Beziehung zu diesem imposanten und gar nicht so freundlich aussehenden Gebäude und die Kölner sind so stolz auf das Bauwerk, als wären sie selbst an dessen Errichtung beteiligt gewesen.

‘Drings de ejne met?’

Neben dem Dom ist es das lokale Bier, was internationale Bekanntheit erlangt hat. Nach dem Reinheitsgebot hergestellt, ist das helle obergärige Vollbier, traditionell in Kölsch-Stangen serviert, das liebste Getränk der ansässigen Bevölkerung. Serviert wird es besonders in der Kölner Altstadt rund um den Neumarkt und den Alter Markt in traditionellem Brauhäusern, in denen neben dem Bier auch der Wirt, der sogenannte ‘Köbes’, Attraktion ist. Der sorgt mit einem immer gut gefüllten Kölsch-Kranz so lange ungefragt für Nachschub, bis man einen Bierdeckel als Stop-Zeichen auf das leere Glas legt.

Bützchen am Fastelovend

Ebenso bekannt wie das Bier ist die 5. Jahreszeit, die traditionell am 11.11 um 11:11 Uhr beginnt. Die Kölner lieben ihren Karneval und es ist schwer, sich dem zu entziehen. Besonders der Rosenmontagszug und die Weiberfastnacht wird ausgiebigst und feucht-fröhlich gefeiert – und durch die Straßen der Stadt schallt der Ruf ‘Kölle Alaaf’ aus Tausenden von Kehlen.

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Alaaf: Der 11.11.2011

10
November

Morgen dürfen sich die Kinder in den Schulen und in den Kindergärten wieder auf die Uhrzeit 11.11 Uhr freuen. Da nämlich werden wieder einmal Pfannkuchen verteilt, wenn die Einrichtung denn ein solches Highlight für die Kleinen anbietet. Richtig gefeiert wird allerdings in Köln und im Rheinland. Dann heißt es wieder “Kölle Alaaf!”.

© Heinz Waldukat - Fotolia.com

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Auf dem Kölner Heumarkt nämlich werden dann die letzten 50 Sekunden wie die letzten zehn vor einem neuen Jahr heruntergezählt. Wenn es dann 11.11 Uhr schlägt, werden 11.111 rote Pappnasen in die Luft schmeißen. Die Polizei und die Stadt Köln erwarten einen Besucheranstrum am Freitag, 11. November, von 30.000 bis 40.000 Besucher – allein in der Altstadt von Köln. Die fünfte Jahreszeit wird wieder einmal eingeläutet und eine neue Karnevalssaison beginnt.

Die Aktion mit den roten Nasen soll jedenfalls eine Art Flash-Mob sein. Dabei werden Flaschen aus Glas allerdings verboten sein, denn hierfür hat die Stadt Köln schon viele Wochen vorher Vorkehrungen getroffen, damit blutige Ärme aus Sicherheitsgründen minimiert werden können. Um also auf den Bereich zur Altmarkt zu kommen, also dort wo gefeiert wird, muss sich vorher einer “Glaskontrolle” unterziehen. Allerdings kann der Inhalt in Plastikbecher umgefüllt werden.

Um 9 Uhr beginnt das Programm auf dem Heumarkt. Stundenlang soll die alljährlich wiederkommende “Jeckenzeit” zelebriert und gefeiert werden. Wer danach noch nicht nach Hause will, darf sich in eine der unzählige Bars und Kneipen bewegen – vielleicht mit dem ein oder anderen Pfannkuchen in der Hand. Empfohlen wird allerdings nicht mit dem eigenen PKW anzureisen, sondern mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Ausnahmsweise darf man das Tages-Ticket für fünf Personen schließlich auch einmal vor 9 Uhr benutzen, gab der Verkehrsbund Rhein-Sieg bekannt.

In diesem Sinne: Kölle Alaaf!

 

 

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Der Klassiker: Karneval in Köln

14
Juli

Der Kölner Karneval hat eine lange Tradition. Genau genommen feiert man in Köln den Karneval seit 200 Jahren. Wo der Ursprung dieses einzigartigen Festes liegt, ist unklar. Man vermutet die Anfänge jedoch bei den Griechen und Römern, die zu Ehren des Dionysos und Saturn Frühlingsfeste veranstalteten. Die Germanen hatten allerdings auch jährlich ein Feste, welches zur Huldigung der Götter und zur Vertreibung der Winterdämonen diente, die Wintersonnenwende. Die Christen übernahmen die heidnischen Bräuche und die Fastenzeit wurde damit verbunden: Karneval heißt nicht umsonst (carne vale = Fleisch lebe wohl!).

Auch in der Zeit, als Köln nach der französischen Revolution von den Franzosen erobert worden war, ließ man die Kölner als “de faire son tour” feiern. Die später folgenden herrschenden Preußen waren viel strikter. Dennoch die Kölner hörten nicht auf ihre Umzüge weiterhin zu machen. Am 10. Februar 1823 feierte man in Köln den ersten Rosenmontagszug unter dem Motto “Thronbesteigung des Helden Carneval”, der von dem kurz zuvor gegründeten “Festordnende Komitee” organisiert wurde. Schon damals waren die Roten Funken, die Stadtsoldaten, die Geckenberndchen mit von der Partie.

Die Tradition hat sich von damals bis heute nicht geändert: Ein Mann muss jedes Jahr im Kostüm der holden Jungfrau gekleidet sein. Seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts gründete sich ein Komitee nach dem anderen. Die Ehrengarde ist als Begleitgruppe von Bauer und Jungfrau auf das Jahr 1902 zurückzuführen. 1906 wurde dem Prinz Karneval seine Prinzengarde zugestanden. Auch noch weitere Gesellschaften wurden etabliert. So ist der Kölner Karneval weltweit berühmt geworden.

Heute sind es Gruppen wie die Höhner, die Paveier, die Räuber und die Redner die Markenzeichen der “Fünften Jahreszeit”. Internationale Besucher reisen auch an, um den “Stippeföttchen-Tanz” der Funken zu sehen.

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